/Erste Erfahrungen mit Samsung-Tablets

Ein Praxisbericht von Alina Kyburz

Als langjährige und überzeugte Mac-Userin brauchte etwas Überwindung, um Samsung-Tablets im Unterricht zu benutzen. Etwas skeptisch und doch neugierig tastete ich mich an die Geräte heran. Gerade weil ich so an Mac-Produkte gewohnt bin, war es schwierig, mich auf der neuen Benutzeroberfläche zurechtzufinden. Ich nahm mir an einem Wochenende die Zeit, um mich einzuarbeiten, Apps zu laden und mich mit dem Gerät anzufreunden. Tatsächlich brauchte es gar nicht lange, bis ich mich zurechtfand. Ein grosser Teil des anfänglichen Widerstands bestand wohl in der Unlust oder Angst, etwas Neues auszuprobieren. Letztendlich bin ich aber froh, dass ich ins kalte Wasser geworfen wurde und dadurch meinen Horizont erweitern konnte.

Was mir beim Laden der Apps Schwierigkeiten machte, war vor allem, dass ich mich stark auf Apps fokussierte, die ich von Apple kannte und mit denen ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Dazu gehören beispielsweise Apps wie Garage Band, iMovie, Apps zum Erstellen von Trickfilmen oder Fotostories. Also vor allem Apps, bei denen man sich kreativ betätigen kann. Schnell habe ich gemerkt, dass es vieles, das auf den iPads läuft, für Samsung-Geräte nicht gibt. Das heisst, ich musste mich auf die Suche nach Alternativen machen. Für iMovie scheint es schlicht keine Alternative zu geben. Für die etlichen Trickfilm-Apps des iPads habe ich die Alternative PicPac gefunden, die jedoch mit ihrer andauernden Werbung ziemlich nervt. Zudem ist es nicht möglich, verschiedene Aufnahmen aneinander zu reihen. Diese in ein Programm wie iMovie zu exportieren (was auf den iPads möglich wäre), war schlicht zu kompliziert. Zudem blendet die App im Endprodukt Werbung ein. Trotzdem konnte man sie im Unterricht verwenden und die Kinder hatten Spass. Zum Erstellen von Fotostories haben wir die App PicCollage verwendet. Die Kinder haben sich sehr schnell darauf zurechtgefunden. Jedoch hat auch diese App ihre Tücken. Einerseits kann es sein, dass man Bilder antippt und sich dann die ganze Fotostory verschiebt und man von vorne beginnen muss. Es wird auch jede Seite einzeln abgespeichert. Das heisst, wenn zwischenzeitlich ein anderes Kind mit dem selben Gerät arbeitet, gibt es ein Durcheinander zwischen den Geschichten. Man kann sie auch nicht extern in einem Format abspeichern, das man nachträglich bearbeiten kann. Das heisst: Einmal auf der Dropbox oder in der Galerie und nie mehr bearbeitbar. Entdeckt man nachträglich einen Fehler, kann dieser nicht verbessert werden. Somit muss man als Lehrperson ständig sichergehen, dass man während des Unterrichts alles korrigiert hat, was zeitlich kaum umsetzbar ist.

Für die Dokumente-Bearbeitung gibt es Apps wie Word, Excel und Powerpoint (Docs, Sheets und Präsentationen), die man auch als MacUser von der Anwendung her kennt. Die Anwendung ist extrem limitiert und tatsächlich kann man in der Präsentations-App keine Bilder einfügen. Somit mussten wir für unsere Tierpräsentationen wieder Alternativen suchen und sind bei einer uns bekannten App – Book Creator – gelandet. Diese gibt es glücklicherweise auch auf den Samsung-Tablets und sie funktioniert genau gleich. Aus uns nicht bekannten Gründen kann es jedoch sein, dass man die Seite während der Präsentation nicht mehr weiterblättern kann. Möglicherweise war dies der Fall, wenn im Hintergrund zu viele Apps offen waren. Weiter war es in der Android-Version von Book Creator nicht möglich, Links für beispielsweise Videos einzufügen und durch das Anklicken auf die Website zu gelangen. So konnten die Kinder in ihren Tierpräsentationen nicht auf ein Youtube-Video verweisen und dieses direkt öffnen. Sie konnten jedoch die Youtube-App im Hintergrund öffnen und dann die App wechseln. Jedoch führte dies zu einem Unterbruch der Präsentation. Bradley hat dafür eine gute Lösung gefunden. Er erstellte einen QR-Code, den man in die Präsentation einfügen konnte, und dieser verwies direkt auf das Youtube-Video. Dies zeigte mir, dass es möglich ist, vieles zu umgehen, doch erfordert es einen Mehraufwand.

Ein Problem bereitete uns immer wieder die Akkulaufzeit. Zu Beginn waren die Batterien am Morgen, wenn ich zur Schule kam, immer leer, obwohl sie am Vorabend auf 100 % waren. Dies lag daran, dass Ortungsapps im Hintergrund arbeiteten und sogar im Standby-Modus den Akku aufbrauchten. Also haben wir die Tablets nach Schulschluss immer ganz ausgeschaltet.

Dann gab es diese App Tec MDM, die uns zeitweise Probleme machte. Sie war eigentlich unter anderem dafür da, dass man Apps verteilen kann. Nun kamen auf einzelnen Tablets ständig Fehlermeldungen diversen Apps: Beispielsweise, dass man den Ortungsdienst einschalten sollte. Waren die Kinder gan der Arbeit, wurden sie aus der gerade verwendeten App rausgeworfen und mussten sie wieder neu öffnen. Nach wenigen Minuten kam die Meldung erneut. Das war sehr mühsam. Mittlerweile konnten wir dank Bradley das Problem beheben, indem wir in den Einstellungen die eine oder andere Änderung vornahmen.

Ein weiterer Stolperstein war die Chromecast-App. Sie ist die Alternative zu Apple-TV, mit der man die Tablets mit dem Beamer verbinden kann. Wenn sie läuft, funktioniert sie einwandfrei. Bisher konnten wir aber nicht herausfinden, weshalb bei einigen Tablets die Bildschirmübertragung nicht möglich war. Somit speichern wir unsere Produkte jeweils auf die Dropbox und laden sie dann auf die Geräte, bei denen wir sicher sind, dass es funktioniert.

Für Mathematik gab es tolle Apps. Besonders König der Mathematik machte den Schülerinnen und Schülern Spass. Im Realienunterricht haben wir  Apps getestet, die Bäume und Pflanzen bestimmen können. Diese waren jedoch sehr enttäuschend. Kaum eine App kam jeweils aufs richtige Ergebnis.

Auch etwas irritierend war, wie das Tablet die Bilder in der Galerie speichert: Es generiert automatisch Ordner für die Apps oder Downloads. Oft hatten die Kinder dann Schwierigkeiten, ihre Fotos oder Filme zu finden, weil sie jeweils automatisch in Ordnern verschachtelt waren.

Die Schülerinnen und Schüler waren beim Einsatz von Anfang an voll dabei. Sie hatten im Unterricht noch nie mit Tablets gearbeitet, daher war die Motivation auch entsprechend hoch. Lustig war, dass viele anfänglich oft sagten: „Können wir mit den iPADS – eeeehm Tablets arbeiten?“. Allerdings haben viele Kinder auch Samsung-Tablets zuhause. Ihnen bereitete die Nutzung, in Gegensatz zu mir, keine Mühe. Die Kinder, diee noch nie mit Tablets gearbeitet hatten, brauchten etwas  Zeit, um sich damit zurechtzuzufinden. Mittlerweile sind die Tablets jedoch zu einer Selbstverständlichkeit in unserem Klassenzimmer geworden. Ihr Einsatz erfolgt(e) jeweils sehr gezielt für – vor allem kooperative – Projekte und ab und zu zur Recherche im Unterricht. Die Klasse schätze den Einsatz sehr und ich war immer wieder ertstaunt über ihre Motivation. Besonders Apps für Trickfilme oder Fotostories waren beliebt. Die Kinder zeigten sehr viel Fantasie. Etwa bei der App für Trickfilme war ich verblüfft, was ihnen alles in den Sinn kam. Ursprünglich war nicht geplant, diese mit Musik oder Ton zu unterlegen, weil ich dachte, das könnte zu schwierig werden. Nach nur kurzer Zeit fanden sie heraus, wie es funktioniert, und spielten Musik ein oder sogar kleine Dialoge, die sie selbst aufnahmen. Anfangs musste ich viel zeigen und erklären, mit der Zeit lief alles von selbst. Selbständig speicherten die Kinder ihre Arbeiten in ihren Dropbox-Ordner. Obwohl dies bei jeder App anders funktionierte, kamen nie mehr Fragen. Sogar das Format war jeweils klar. Das war sehr erstaunlich. Meine persönliche Herausforderung war auch, dass ich zum ersten Mal auf der Primarstufe unterrichtete. Deshalb war ich immer wieder erstaunt, wie versiert und mit welcher Selbstverständlichkeit die Kinder mit diesen Geräten umgehen. Die Tablets waren eine riesige Bereicherung für unseren Unterricht und die Kinder sowie auch die Eltern waren begeistert vom Einsatz und den Ergebnissen.

Fazit

Für mich als Lehrperson brauchte es Überwindung und die Anwendung bereitete mir das eine oder andere Problem. Dies war aber keineswegs so für die Kinder. Sie waren begeistert und motiviert, sobald die Tablets zum Einsatz kamen, und stellen kaum Vergleiche mit den iPads an. Einzig genervt waren sie, wenn etwas nicht funktionierte oder Fehlermeldungen ihre Arbeit unterbrachen. Der Einsatz war für uns alle eine Bereicherung und wir konnten viel dazulernen. Ich bin froh, diesen Schritt gewagt zu haben, und danke imedias für das Vertrauen. Könnte ich jedoch bei der Anschaffung wählen zwischen Android oder iOS, würde ich immer noch stark zu iOS tendieren. Die Anwendung ist einfacher, verursacht weniger Probleme und ist klarer und verständlicher aufgebaut. Samsung-Tablets würde ich dann wählen, wenn es eine Budgetfrage ist. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist definitiv attraktiver. Alles in allem war es aber eine tolle Erfahrung, die uns alle weitergebracht hat.

Einsatz von Tablets im Musikunterricht

Andrea Glutz, Fachlehrerin Musik

Als Fachlehrkraft für Musik haben mir die Tablets im Unterricht neue Türen eröffnet. Ich konnte den Schülerinnen und Schülern die Musik auf eine andere Art näherbringen, was bei ihnen auch zu mehr Motivation führte. Ich arbeitete mit zwei unterschiedlichen Apps, Loopy und Studio Music. Von beiden Apps waren die Kinder begeistert. Die Arbeit mit den Apps förderte die Sozialkompetenz, denn die Kinder mussten in Gruppen ein Musikstück erarbeiten und präsentieren. Dies erforderte gewisse Absprachen, Kompromisse und Diskussionen. Am Ende konnten alle Gruppen ihre selbst erfundenen „Musikstücke“ präsentieren. Der Einsatz der Tablets hat sich in meinen Musiklektionen gelohnt, denn die Kinder sehr motiviert. Sie konnten handlungsorientiert arbeiten und der Unterricht wurde so abwechslungsreich.

 

 

2018-08-07T09:14:59+00:005. August 2018|